Wie wirksam ist Verhaltenstherapie bei Panikstörungen?
In einer Pressemitteilung vom vergangenen Freitag (09. 01. 2009) berichtet Alfons Hamm vom Institut für Psychologie der Universität Greifswald von Zwischenergebnissen einer deutschlandweiten Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Untersucht wurde die Wirksamkeit von Verhaltenstherapie bei der Behandlung von Panikattacken und Platzangst. Hintergrund ist, dass in Deutschland ca. 2,5 Mio. Menschen an Panikstörungen und Platzangst leiden, viele jedoch erst nach Jahren des Leidens geheilt werden. So nehmen die Betroffenen in der Regel erst sieben (!) Jahre nach Auftritt der Störung eine Psychotherapie in Anspruch. Vorher haben diese Patienten häufig Medikamente verschrieben bekommen, u.a. auch gegen Depressionen, die häufigt mit Angststörungen einhergehen. In nahezu einem Drittel der Fälle (28%) ist Medikamentenabhängigkeit die Folge, ohne dass nachhaltige Besserung eintritt.
Die Zwischenergebnisse der Studie zeigen, dass mit einer sechswöchigen Verhaltenstherapie fast 90% der Patienten geholfen werden konnte. Auch die Ausprägung begleitender Krankheiten (wie z.B. Depression) gingen durch die Therapie signifikant zurück. Die Verfasser der Studie hoffen, dass die Verhaltenstherapie als effiziente Behandlungsmethode für Panikstörungen “flächendeckend eingeführt wird”, um so den Betroffenen schneller und wirksamer als bisher helfen zu können.
Zur Pressemitteilung der Universität Greifswald
Autorin: Dr. Rose Shaw, München
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Das Forsa-Institut hat im Auftrag der Techniker Krankenkasse eine repräsentative Umfrage in Baden-Württemberg durchgeführt. Die Ergebnisse fasst die Ärztezeitung heute in ihrer Online-Ausgabe zusammen: Rund 38% der befragten Männer und Frauen geben an, Schlafprobleme zu haben. Bereits im September letzten Jahres hatte die TK über 1.000 Menschen in Deutschland zu ihren Schlafgewohnheiten befragen lassen. Die Ergebnisse waren ähnlich, allerdings zeigte die Studie auch deutliche Geschlechterunterschiede. Während bei den Männern etwa jeder Vierte schlecht schläft, ist bei den Frauen nahezu jede Zweite von Schlafstörungen betroffen. Die Studie zeigt außerdem, dass die Schwierigkeiten eher im Durchschlafen als im Einschlafen bestehen. Etwa 25% klagen über Schwierigkeiten beim Einschlafen. Demgegenüber leiden etwa ein Drittel der Befragten darüber, dass sie nachts aufwachen und dann häufig nicht mehr einschlafen können.
In einer Veröffentlichung im Journal of Marital and Family Therapy (Vol. 34, No.4, 2008) berichten Forscher aus den Universitäten Nottingham und Belfast von den Ergebnissen einer aktuellen Studie mit Studenten in Nordirland. Untersucht wurde, ob sich die Wahrnehmung emotionaler und sexueller Untreue zwischen Männern und Frauen unterscheidet. Tatsächlich bestätigte die vorliegende Studie, dass für Männer die Vorstellung “sexueller Untreue” ihrer Partnerin belastender ist als “emotionale Untreue” während für Frauen die Vorstellung “emotionaler Untreue” ihres Partners belastender ist als “sexuelle Untreue”.
Eric Taylor, Leiter der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie am Londoner Institute of Psychiatry, teilt diese Auffassung nicht. In einem Review-Artikel (das sind Artikel, in denen die Forschungergebnisse der letzten Jahre/Jahrzehnte zu einem Thema zusammgefasst werden) für das Journal of Child Psychology and Psychiatry (vorab online 01/09) verweist Taylor auf mehrere Studien aus den letzten 20 Jahren, die nachweisen, dass heute zwar sehr viel mehr Kinder mit ADHS diagnostiziert werden als etwa in den 80ern, dies aber in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass die öffentliche Aufmerksamkeit für ADHS sich verändert habe, nicht aber die Häufigkeit der Krankheit selbst. Damit seien – so Taylor – auch die verbreiteten Erklärungsversuche, ADHS sei mit dem ansteigenden Konsum etwa von Fernsehen oder auch “Junk Food” zu erklären oder mit der zunehmenden Erziehungsinkompetenz der Eltern, inzwischen obsolet geworden. Auch die häufig angeführten erheblichen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern hinsichtlich der Auftretenshäufigkeit von ADHS seien in erster Linie durch methodische Unzulänglichkeiten zu erklären als durch die vorliegenden Daten.